121 Stand 12 Gersdorf, Wilhelmine von (1768-1847). Gedichte, oder Mnemosyne die Dritte. Halle, Hendel und Sohn, 1822. 8°. VIII, 210 SS., 1 Bl. gedruckt auf starkem Papier, ta- dellos  erhalten.  Grüner  quergenarbter  Maroquinband der  Zeit,  Palmettenbordüre  auf  den  Deckeln,  flacher Rücken mit goldgeprägtem Titel und Leier sowie reicher Golddekoration,  Steh-  und  Innenkantenvergoldung, fliederfarbenes Vorsatzpapier, Goldschnitt. € 1.800,- Goedeke X, 42, 44; Kosch, Lit.-Lex. 265. Erste Ausgabe dieser Ge- dichtsammlung auf starkem Papier der Vorzugsausgabe. Widmungs- exemplar der Dichterin an Amalia Herzogin von Sachsen in einem ungewöhnlich  schönen  Maroquinband  der  Zeit.  Es  handelt  sich hierbei um einem sog. ‚Fürsteneinband’, wahrscheinlich vom Hof- buchbinder in Dresden. Derart kostbare Einbände waren wegen der schwierigen wirtschaftlichen Zeitläufte im damaligen Deutschland ganz ungewöhnlich. Sie wurden für Fürsten gebunden oder von Fürs- ten oder anderen hochstehenden Personen als Geschenkexemplare benutzt. - Bedeutende Provenienz: Amalia (Augusta), Herzogin von Sachsen, 1794-1870 (gekröntes Monogramm ‚AA’ auf dem Titel); Bibliothek des Königs von Sachsen (Herzog August Friedrich III., reg. als König Friedrich August I. von 1763-1827), Stempel auf Titel und Seite 157. Mit gedruckter Widmung der Verfasserin an die Herzogin Amalia auf Blatt 2 und Widmungsgedicht auf Bl. 3. Auf Bl. 4 die Liste der Pränumeranten, an erster Stelle Amalia von Sachsen und an dritter Stelle der Großherzogl. Weimarische Staatsminister Ernst Christian von Gersdorf, Kollege des (ebenfalls seit 1815) Staatsmi- nisters Johann Wolfgang von Goethe. Die Herzogin Amalia schrieb zahlreiche Lustspiele, die z. T. auch ins Englische und Französische übersetzt wurden. Tadellos. Goethe, Wolfgang von (Hrsg.). Winkelmann und sein Jahrhundert. In Briefen und Aufsätzen. Tübingen, Cot- ta, 1805. 8°. XVI, 496 SS. – Eleganter rotbrauner Kalb- lederband von Peter A. Demeter, Hellerau, mit Panelie- rung der Deckel durch Goldfileten, Leder des inneren Panels gesprenkelt und an den äußeren Ecken mit gold- gepr. Fleuron versehen, Kopfgoldschnitt. € 1.600,- Goedeke IV,376,125; Kippenberg I, 383; Meyer 754. Vorzügliches Exemplar in einem eleganten Meistereinband von P. A. Demeter. Erste Ausgabe dieses Gemeinschaftswerkes der ‚Weimarer Kunstfreunde‘, herausgegeben von Goethe, der es mit einer gedruckten Zuschrift der Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar gewidmet hat. Der Band enthält u. a. Goethes Vorrede (-XVI), seine (und Meyers sowie Wolfs) Skizzen zu einer Schilderung von  Johann Joachim Winckel- mann (1717-1768) auf den Seiten 387-440, Briefe Winckelmanns an Berendi (SS. 1-160), Heinrich Meyers Entwurf einer Geschichte der Kunst des achtzehnten Jahrhunderts (SS. 161-386). Glanzstück des mosaikartig zusammengesetzten Bandes ist Goethes Charakteristik Winckelmanns. (KNLL). Wilhelm von Humboldt schreibt hierzu an Goethe am 12. 4. 1806: „… es sind Stücke darin, die zu dem Größes- ten gehören, was je ausgesprochen worden ist.“ – Ausgezeichnetes, fleckenfreies Exemplar auf feingeripptem Papier in einem eleganten Meistereinband. Grillparzer, Franz. Des Meeres und der Liebe Wellen. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen. (Wien 1923). Groß- 8°. 132 pp., 1 f. Design und Buchschmuck von Rudolf Junk mit Signatur im Kolophon. Gedruckt in Gelb und Schwarz. – Schwarzes eingelegte Maroquin d. Zt. von Karl  Scheibe:  Vorderdeckel  mit  gelben  Ledereinlagen und  reicher  Vergoldung,  Rückenvergoldung,  Vorsatz- papiere mit braunen und gelben Blattornamenten, Gold- schnitt. In dem originalen Schuber, geschmückt wie die Vorsatzpapiere. € 3.800,- Seltene Vorzugausgabe, Nummer IV von 15 Exemplare (total 285), in einem bemerkenswert schönen Einlageneinband von Karl Scheibe, Wien.  Es  ist  der  5.  Druck  der „Liebhaberausgaben  der  Österrei- chischen  Staatsdruckerei”, Wien.  Der  Buchschmuck  ist  von  dem berühmten  Jugendstil    Künstler  Rudolf  Junk  aus Wien,  von  dem auch der interessante Entwurf für Scheibes wunderschönen Einband stammt (vgl. seinen Stempel mit Initialen auf dem Vorderdeckel unter dem Design). – Franz Grillparzer (1791-1872) dramatisiert hier die griechische  Liebesgeschichte  von  Hero  und  Leander,  1831  in  der Hofburg in Wien uraufgeführt. Die erste Buchausgabe wurde 1840 veröffentlicht. - In tadellosem Zustand.