60 Stand 16 von  1523  sowie  flugblattartige  Massenszenen  ( Jüngstes  Gericht, Große Kreuzigung, Bauerntanz). Figürliche Kompositionen wie die manieristische Venus  mit  Amor  und  die Thronende  Barbara  sind italienischen Vorbildern  entlehnt,  der  triumphale  Kaiser  Maximi- lian wohl Bildnissen Bernard Strigels. - Thieme & Becker XVII, p. 474-79; Bartsch, Le Peintre-Graveur VIII, p. 478-533; Katalog der Ornamentstichsammlung Berlin no. 3 (irrig 54 Tafeln); NDB IX, p. 611 f. - Ecken bestoßen. Blattränder etwas stockfleckig, vor allem zu Beginn und Ende. Schönes, sauberes Exemplar. Mecklenburg-Güstrow, Gustav Adolph Herzog von (1633-95).  Korrespondenz  mit  seinem  Geheimen  Rat und Kammerpräsidenten Christian Friedrich von Hahn (1624-1701)  auf  Basedow:  16  eigenhändige  Briefe  des Herzogs mit Unterschrift (1 mit einliegendem eigenhän- digen Traktat) und 5 Briefe von Sekretärshand mit seiner Unterschrift  (1  mit  eigenhändiger  Nachschrift,  1  mit Antwortentwurf  Hahns).  Güstrow  und  Dargun,  22. II.1675 - 8.III.1684 (3 Briefe undatiert). Folio (6) und 4to (15). Zusammen ca. 25 S. auf Doppelblättern, meist mit Adresse und schönen Lacksiegeln. - 4 Kanzleischrei- ben: des herzoglichen Sekretärs Christoph Friderici (1, eigenhändig),  der  Kanzlei  (1)  sowie  des  herzoglichen Konsistoriums  (2)  an  Hahn.  Güstrow  und  Rostock, 24.I.1681 - 24.3.1694. Folio. Zusammen ca. 10 S., mit 1 Ausnahme auf Doppelblättern, sowie 1 originaler Brief- umschlag. Die Briefe des Konsistoriums mit Adresse und papiergedeckten Siegeln. - 9 Briefentwürfe Hahns (4 an den  Herzog,  1  mit  Unterschrift),  1  Gesprächsnotiz,  1 Selbstbekenntnis in 18 Artikeln, sämtlich eigenhändig mit  zahlreichen  Streichungen  und  Korrekturen.  Base- dow (u.a.), 9.VIII.1678 - 17.IX.1683 (4 undatiert). Folio (5) und 4to (6). Zusammen ca. 19 S., teils auf Doppel- blättern. € 3.500,- Der letzte Herzog von Mecklenburg-Güstrow, Mitglied der Frucht- bringenden  Gesellschaft,  war  streng  lutherisch,  ein  geübter  theo- logischer Disputant und Verfasser geistlicher Sonette. Er haßte den Katholizismus,  zu  dem  sein Vetter  und  Rivale,  Christian  I.  Louis von  Mecklenburg-Schwerin    1663  in  Paris  übergetreten  war.  Die Korrespondenz mit seinem bewährten, nicht minder gebildeten Rat betrifft dessen eigene katholische Neigungen. Beide erörtern theo- logische Grundsatzfragen, teils im Bezug auf stattgehabte “mündliche Conferenz”.  Seinem  Brief  vom  10.  August  1680  fügt  der  Herzog Gedanken über die Transsubstantiationslehre auf einem separaten Blatt bei. Im Dezember 1680 warnt er Hahn vor einer Konversion: “Es ist ein werck von hoher consideration, darauf Seel und Seelig- keit, zugeschweigen zeitliche wolfahrt und aestimation dependiret”. Wenig später vollzog Hahn den Übertritt und erregte damit großes Aufsehen im Land. Der Herzog entzog ihm Gnade und Ämter, die 3 letzten erhaltenen Briefe von März 1682 bis März 1684 sind nicht mehr eigenhändig und erteilen “ernstlichen Befehl”,  sich der “Päbstl. Greüel”  zu  enthalten.  Hahn  zog  sich  nach  Basedow  zurück  und widmete sich der Pflege und Arrondierung des Gutes. Unter seinen Papieren findet sich ein auf den Außenseiten stark abgenutztes, wie lange am Mann getragenes Doppelblatt, das sein persönliches Glau- bensbekenntnis formuliert: Er selbst gibt sich “Rat” in 18 Artikeln, beginnend mit “Habe bey mir erwogen, Wie doch in der Christenheit so viele widrige opiniones in glaubenssachen sein”. - Die Schreiben von herzoglicher Seite wohlerhalten, die Entwürfe Hahns vielfach knitterig, ausgefranst und verstaubt. Mecklenburg-Schwerin,  Großherzogin  Marie  von (Hrsg.). Das Fürstenhaus zu Mecklenburg-Schwerin von Friedrich  Franz  I.  bis  Friedrich  Franz  IV.  Leipzig, Klinkhardt & Biermann, (1913). Quer-Folio. 68 Karton- tafeln mit crèmefarbig tiefgepreßtem Grund, darauf Ti- tel in goldener Jugendstil-Bordüre, 1 S. Einführung mit faksimilierter  Unterschrift  der  Großherzogin  und  144 montierte   Schwarz-Weiß-Wiedergaben   historischer Vorlagen.  Weißer  Original-Halbziegenlederband  mit breit übergreifendem Rücken, vorne mit dem mecklen- burgischen  Wappen  in  Goldprägung  geschmückt,  die Deckel mit blauer Rohseide bezogen. € 600,- Sorgfältig recherchiertes und aufwendig gestaltetes Album teils schwer zugänglicher Portraits mecklenburgischer Großherzöge, ihrer Frauen und Kinder. In 6 Abschnitten werden die Regenten Friedrich Franz I., Friedrich Ludwig, Paul Friedrich sowie Friedrich Franz II. - IV. vorgestellt. “Jedem Chef und Stammhalter des Geschlechts ist ein besonderer Abschnitt gewidmet. Es wurde versucht, in jedem dieser Abschnitte die Familie in allen ihren Gliedern möglichst vollständig darzustellen” (Einführung). Die Portraits werden durch Ansichten der Schlösser und Wohnsitze ergänzt, darunter Gelbensande, Lud- wigslust, Plüschow, Schwerin und Villa Wenden in Cannes. - Heeß no. 2475. - Tadellos erhaltenes Exemplar aus der Fürstlich Fürsten- bergischen Bibliothek Donaueschingen, der empfindliche Einband durch einen alten Papierumschlag geschützt. Melle, Jacob van (ed.). Nova Literaria Maris Balthici & Septentrionis. Monatszeitschrift. Jahrgänge I  - VII, Ju- li (erschienen noch bis XI, Juli) in 3 Bänden. Lübeck, P. Böckmann  (I  &  VI),  J.  Wiedemeyer  (II-V)  und  Reu- mann in Hamburg & Lübeck (VII), Januar 1698 - Juli