84 Stand 26 Rotes Antiquariat und Galerie Knesebeckstraße 13 / 14, D - 10623 Berlin Telefon +49-(0)30-37 59 12 51, Fax +49-(0)30-31 99 85 51 e-mail: galerie@rotes-antiquariat.de, www.rotes-antiquariat.de Literatur und Kunst 20. Jahrhundert, Socialistica Arbeitsrat für Kunst.  Flugblatt  mit  ganzseitigem  ex- pressionistischen Original-Holzschnitt (13 x 24 cm) auf grünem Papier. Gestempelt: „Arbeitsrat für Kunst Zen- trale, Charlottenburg 9 Kaiserdamm 78“. Berlin. 1919. 4 S. 19,5 x 31,5 cm   € 800,- Das im April 1919 erschienene Flugblatt proklamiert den im Zuge der  Novemberrevolution  1918  gegründeten  Arbeitsrat  für  Kunst. Es wurde auf dem Plenum aller Mitglieder am 22. März 1919 ver- abschiedet und enthält neben dem Leitsatz („ ...Die Kunst soll nicht mehr Genuß weniger, sondern Glück und Leben der Masse sein...“) auch die Forderungen des Arbeitsrates und ein Mitgliederverzeichnis. Über die Seltenheit dieser Veröffentlichung schrieb Bolliger, der das Flugblatt lediglich einmal in seinem Katalog 7 von 1980 aufführte: „Ich habe das Flugblatt in keinem einschlägigen Nachschlagewerk und in keiner Auktion nachweisen können. Von allergrösster Selten- heit.“ Was die künstlerische Urheberschaft des Holzschnittes angeht, so wurde diese in einer Veröffentlichung der Berliner Akademie der Künste von 1980 mit einem Fragezeichen versehen Max Pechstein zugeschrieben. Krüger schrieb 1988 im Werkverzeichnis: „Der Stil läßt eher an César Klein denken, der zusammen mit Walter Gropius und  Adolf  Behne  zur  Leitung  des  Geschäftsausschusses  gehörte, während Pechstein Mitglied des Geschäftsausschusses war...“ (Krüger Z 6) Erste Seite etwas geblichen, letzte Seite mit schwachen Mon- tierungsspuren, insgesamt guter Zustand. Dada. Postkarte mit Abbildung des Ölbildes „Imaginä- re Brücke“ der dadaistischen Künstlerin Hannah Höch. € 300,- Die Postkarte entstand vermutlich anlässlich der ersten öffentlichen Präsentation dieses Ölbildes, das zwei stilisierte Köpfe – evtl. Raoul Hausmann  und  Hannah  Höch  selbst  –  darstellt,  auf  der  Grossen Berliner Kunstausstellung 1926. Die 1889 in Gotha geborene Hannah Höch hatte ab 1915 in Berlin Unterricht beim Holzschneider Emil Orlik. Aus dieser Zeit stammen die ersten abstrakten Kompositionen. Auch ihre ersten grotesk-abstrakten Puppen fertigte sie ab 1916 an. Ab 1917 war sie in der sich formierenden Berliner Dada-Bewegung um Hausmann, Huelsenbeck, Grosz und Heartfield aktiv und maß- geblich an der Entwicklung der Fotomontage beteiligt. Guter Zustand. Grosz,  George.  Ohne  Arbeit.  Originalzeichnung  in Rohrfeder und Feder, von Grosz in Blei signiert und be- zeichnet („ohne Arbeit / Vignette“). 1932. 50 x 30 cm (Blattgröße: 59,3 x 37,7 cm) € 10.000,- Abgebildet in: Peter Pons. Der grosse Zeitvertreib. Müller & I. Kie- penheuer Verlag, Potsdam. 1932. Seite 41, dort zu dem Gedicht mit dem selben Titel „Ohne Arbeit“. Rückseitig mit dem Nachlaßstempel und der Nachlaßnummer 2-145-4. Rand gering fleckig, guter Zu- stand.