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Stand
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Rotes Antiquariat und Galerie
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Literatur und Kunst 20. Jahrhundert, Socialistica
Arbeitsrat für Kunst. Flugblatt mit ganzseitigem ex-
pressionistischen Original-Holzschnitt (13 x 24 cm) auf
grünem Papier. Gestempelt: Arbeitsrat für Kunst Zen-
trale, Charlottenburg 9 Kaiserdamm 78. Berlin. 1919. 4
S. 19,5 x 31,5 cm
€ 800,-
Das im April 1919 erschienene Flugblatt proklamiert den im Zuge
der Novemberrevolution 1918 gegründeten Arbeitsrat für Kunst.
Es wurde auf dem Plenum aller Mitglieder am 22. März 1919 ver-
abschiedet und enthält neben dem Leitsatz ( ...Die Kunst soll nicht
mehr Genuß weniger, sondern Glück und Leben der Masse sein...)
auch die Forderungen des Arbeitsrates und ein Mitgliederverzeichnis.
Über die Seltenheit dieser Veröffentlichung schrieb Bolliger, der das
Flugblatt lediglich einmal in seinem Katalog 7 von 1980 aufführte:
Ich habe das Flugblatt in keinem einschlägigen Nachschlagewerk
und in keiner Auktion nachweisen können. Von allergrösster Selten-
heit. Was die künstlerische Urheberschaft des Holzschnittes angeht,
so wurde diese in einer Veröffentlichung der Berliner Akademie der
Künste von 1980 mit einem Fragezeichen versehen Max Pechstein
zugeschrieben. Krüger schrieb 1988 im Werkverzeichnis: Der Stil
läßt eher an César Klein denken, der zusammen mit Walter Gropius
und Adolf Behne zur Leitung des Geschäftsausschusses gehörte,
während Pechstein Mitglied des Geschäftsausschusses war... (Krüger
Z 6) Erste Seite etwas geblichen, letzte Seite mit schwachen Mon-
tierungsspuren, insgesamt guter Zustand.
Dada. Postkarte mit Abbildung des Ölbildes Imaginä-
re Brücke der dadaistischen Künstlerin Hannah Höch.
€ 300,-
Die Postkarte entstand vermutlich anlässlich der ersten öffentlichen
Präsentation dieses Ölbildes, das zwei stilisierte Köpfe evtl. Raoul
Hausmann und Hannah Höch selbst darstellt, auf der Grossen
Berliner Kunstausstellung 1926. Die 1889 in Gotha geborene Hannah
Höch hatte ab 1915 in Berlin Unterricht beim Holzschneider Emil
Orlik. Aus dieser Zeit stammen die ersten abstrakten Kompositionen.
Auch ihre ersten grotesk-abstrakten Puppen fertigte sie ab 1916 an.
Ab 1917 war sie in der sich formierenden Berliner Dada-Bewegung
um Hausmann, Huelsenbeck, Grosz und Heartfield aktiv und maß-
geblich an der Entwicklung der Fotomontage beteiligt. Guter Zustand.
Grosz, George. Ohne Arbeit. Originalzeichnung in
Rohrfeder und Feder, von Grosz in Blei signiert und be-
zeichnet (ohne Arbeit / Vignette). 1932. 50 x 30 cm
(Blattgröße: 59,3 x 37,7 cm)
€ 10.000,-
Abgebildet in: Peter Pons. Der grosse Zeitvertreib. Müller & I. Kie-
penheuer Verlag, Potsdam. 1932. Seite 41, dort zu dem Gedicht mit
dem selben Titel Ohne Arbeit. Rückseitig mit dem Nachlaßstempel
und der Nachlaßnummer 2-145-4. Rand gering fleckig, guter Zu-
stand.