85 Stand 26 Iwanitskij, I: Isobrasitelnaja statistika i Wenskij metod (Bildstatistik  und  die  Wiener  Methode).  Ogiz-Izogiz, Moskau-Leningrad. 1932. 44 S. quer Gr. 8°, ill. OPbd. € 2.800,- Diese erste russische Monographie über die vom Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum in Wien entwickelte bildstatistische Methode propagiert die Übernahme der Methode für die statistische Präsen- tation und ihre Verbindung mit der sozialistischen Propaganda. Sie enthält neben Abbildungen aus dem 1930 von Otto Neurath unter Mitarbeit der konstruktivistischen Künstler Gerd Arntz und Augustin Tschinkel herausgegebenen Gesellschafts- und Wirtschaftsatlas auch sowjetrussische Beispiele der Bildstatistik. Da die Veröffentlichung dieses Buches in die Zeit des Aufenthaltes von Arntz und Neurath in der UdSSR fällt (sie sollten dort ein dem Wiener Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum ähnliches ISOSTAT-Institut aufbauen, was aller- dings mißlang), ist zumindest von deren unmittelbarer Einflußnahme auf die veröffentlichten Beispiele auszugehen. Einband gering fleckig, guter Zustand. Äußerst selten! Malewitsch, Kasimir:  Die  gegenstandslose  Welt.  Al- bert  Langen  Verlag,  München.  1927.  104  S.  Gr.  8°, OKtn. m. ill. OU. € 1.500,- (= Bauhausbücher, Bd. 11) Deutsche Erstausgabe der theoretischen Schriften des Künstlers: „Einführung in die Theorie des additionalen Elementes der Malerei“ und „Suprematismus“ (Bolliger V, 69). Die Übersetzung besorgte A. v. Riesen. Mit dem seltenen von Moholy- Nagy gestalteten Schutzumschlag. Kleiner Stempel auf Rückseite des Titelblattes und handschriftliche Zahl auf Schutzumschlag. Insgesamt guter Zustand. Mann, Erika und Klaus: Das Buch von der Riviera. Mit Originalzeichnungen von Walther Becker, Rudolf Groß- mann, Henri Matisse u.a. R. Piper & Co. Verlag, Mün- chen. 1931. 185 S., 3 Bll. 8°, OKtn. m. ill. OU.  € 250,- (= Was nicht im Baedeker steht, Bd. XIV) Seltene Erstausgabe des Gemeinschaftswerkes  der Thomas  Mann-Kinder  mit  einer  Um- schlagzeichnung von Walter Trier. Umschlag gering randrissig, guter Zustand. Moholy-Nagy – Widmungsexemplar. Telehor. Interna- tionale Zeitschrift für visuelle Kultur. Redigiert von Fr. Kalivoda. Jg. I, Nr. 1/2. Sondernummer: László Moholy- Nagy. Titelblatt mit handschriftlicher Widmung: „herz- lichst  von  Moholy-Nagy  1937  London“.  Brünn.  1936. 138 S. 4°, OKtn. m. Spiralbindung. € 2.500,- Widmungsexemplar der bedeutenden Monographie über László Mo- holy-Nagy in der seltenen Variante mit dem schwarzen Umschlag. Diese hatte Moholy-Nagy dem Herausgeber Kalivoda vorgeschlagen, der selbst die typographische Gestaltung besorgte. Daß Widmungs- exemplare von Moholy-Nagy nur in Exemplaren der vorliegenden Bindevariante bekannt sind, erhärtet die These, daß die häufigeren Exemplare mit dem farbigen Umschlagtitel einer späteren Bindequote nach dem Tode Moholy-Nagys 1946 entstammen. Die Zeitschrift, von der nur diese Nummer erschien, enthält parallel in englischer, französischer, tschechischer und deutscher Sprache ein Vorwort von Sigfried Giedion, Aufsätze von Moholy-Nagy (Vom Pigment zum Licht, Fotografie die objektive Sehform unserer Zeit, Probleme des neuen Films), einen Brief Moholys an Kalivoda sowie ein Nachwort Kalivodas und eine Bibliographie (Bolliger VII, 760). Der mit Mo- holy-Nagy befreundete Architekt Frantisek Kalivoda (1913 – 1971) war Leiter der Brünner „Film-Foto-Gruppe der Linken Front“, eine mit der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei verbundene Organisation der linken Intelligenz. Er organisierte 1935 eine Aus- stellung für Moholy-Nagy, die in mehreren Städten der Tschecho- slowakei gezeigt wurde. Moholy-Nagy war 1934 aus Nazideutschland emigriert. Nach einem längeren Aufenthalt in England (1935 – 1937) ging der in die USA, wo er das New Bauhaus in Chicago gründete und leitete. Umschlag gering knickspurig.